Akkus im Airsoftbereich II – komplizierter, länger, stärker

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Anschluss gesucht

Teil eins der Reihe dürfte zwischenzeitlich schon so manch Frage aufgeworfen haben wie z.B. «wie kommt der Saft aus dem Akku? » oder «wieso gibt es nicht nur einen Akku für alles» und auf die (nicht so) kleinen Unfälle die mit Akkus passieren können, werden wir hier auflösen oder zumindest versuchen.

Glücklicherweise finden im Airsoft Bereich lediglich zwei Stecker/Buchsen Kombinationen zur Spannungsversorgung Verwendung. Eine Bauartbedingte Ausnahme stellen Lithium Akkus dar aber zu dieser speziellen Ausnahme findet ihr weiter unten mehr. 

(Ganz links ist ein alter Ni-CD Akku mit grossem Tamiya, mittig LiPo mit kleinem Tamyia und rechts LiPo mit Mini Deans. Beide LiPo sind zusätzlich mit dem JST-XH Stecker ausgestattet, der bei mehrzelligen LiPo’s zwingend ist)

Wie so üblich bei neuen Technologien, wurden auch bei der Entwicklung von AEG’s nicht die einfachsten oder zwingend günstigsten Komponenten verbaut, sondern solche die schnell in ausreichender Anzahl verfügbar oder sogar schon an Lager waren.

Das Tamiya Stecksystem bietet die eindeutigen Vorteile, dass der Stecker mechanisch an der Buchse sicher einrastet und beide Komponenten, den innenliegenden Pins, einen gewissen mechanischen Schutz bieten. Ein Verpolen der konfektionierten Tamiya Stecker ist, zumindest unabsichtlich, nicht möglich.

Die Konstruktion der Tamiya Stecker ist aber gleichzeitig ihre grösste Schwäche, da die Stecker Gehäuse ineinander einrasten müssen sind die Pins, welche ebenfalls ineinander einfahren, im Durchmesser relativ klein und verschieben oder verbiegen sich des Öfteren. Beim Einsatz moderner Lithium Akkus kommt auch die schlechte Hochstromfestigkeit dazu.

Hier trumpft der einfachere, günstigere und kompaktere Deans Stecker deutlich auf, da beim Deans die Kontaktzungen (welche den Strom leiten) auch gleichzeitig die mechanische Verbindung zwischen den Stecker hälften darstellen, somit ist die Kontaktfläche, und der höchste übertragbare Strom ohne Lichtbogenbildung, drastisch grösser als beim Tamiya System.

Ein grosser Pluspunkt ist die Tatsache das sich Deans Stecker ohne spezialisiertes Werkzeug installieren lassen.

Ein Akku für alle Fälle

Akkus könnten in (fast) allen Formen, Farben und Grössen hergestellt werden aber wozu überhaupt, ein Akku, der für alles passt, wäre viel sinnvoller und einfacher oder etwa doch nicht?

Neben den verschiedenen Formen, Bauarten, Verwendungen und Umbauten, sind die Betriebszustände jedes ASG Modells anders. Ein Maschinengewehr braucht deutlich länger Energie als ein Präzisionsschützengewehr. Letzteres braucht kurze dafür umso stärkere Energie Impulse. Ein Akku für alle Anwendungen wäre also weder sinnvoll noch wünschenswert. Anhand der technischen Daten eines Akkus lässt sich relativ einfach (bzw. hier stark vereinfacht) aufzeigen, wie die Zusammenhänge zwischen Bedürfnis der ASG und Daten des Akkus zusammenspielen.

Spannung

Vereinfacht ausgedrückt, der Druck den die elektrische Ladung aus dem Akku drückt. ASG’s mit hohen Feuerraten oder getunte ASG’s bzw. solche mit stärkeren Federn, benötigen in der Regel höhere Spannungen als z.B. AEP’s oder die meisten AEG’s mit bis ca 350FPS/1.14J (mit 0.2g BB’s). Eine Erhöhung der Spannung wird immer mit dem Erhöhen der Zellenzahl, und damit einer Zunahme der physischen Grösse, erreicht. Die Spannung wird in V (Volt) angegeben und ist im Airsoftbereichh neben der Physischen Grösse, das Hauptkriterium zur Auswahl eines Akkus.

Kapazität

Hier gilt in 90% der Fälle die alte Weisheit «umso grösser, desto besser!», eine der wenigen Ausnahmen stellen HPA’s dar. Da bei HPA’s lediglich ein paar Elektro-Magnetische Ventil betätigt werden müssen, können Akkus eingesetzt werden, die von der Grösse her kaum einem Smartphone Akku gefährlich werden könnten. Ähnlich der Spannung, nimmt auch einer Erhöhung der Kapazität die physische Grösse eines Akkus zu, wen auch nicht in gleichen Mass wie bei einer Spannungserhöhung.

Form und Grösse

Häufig übersehen und mit Abstand der meistgenannte Grund für einen Umtausch, die Form und Grösse eines Akkus. Diese spielt speziell bei kleinen ASG’s wie AEP’s oder Maschinenpistolen, oder ungewöhnlich geformten Akkufächern, eine bedeutende Rolle.

Der fliegende Airsoft Akku

Jeder dürfte sich schon überlegt haben Akkus aus dem Modellbau zu verwenden, der Preisunterschied bei Akkus, die im Airsoftbereich verwendet werden können oder der Aufwand der betrieben werden müsste um einen Modellbau Akku im Airsoft zu verwenden, macht diese Idee eher unpraktikabel.

Viele Akkus im Modellbau Bereich sind entweder mit dem um Welten besseren XT-60 Stecker ausgerüstet oder, im Fall von Spielzeug und kleinen Drohnen, gar nicht mit einem dedizierten Ladestecker versehen.

Gratis Power oder Mythos?

Seit Tag und Jahr werden in Foren und an Lagerfeuer Geschichten überliefert, dass mit einem «Stärkeren» Akku mehr FPS/Joule zu bekommen sind. Leider sind dies nur Mythen. Überraschenderweise bleiben diese aber bis heute bestehen. Eine höhere Akkuspannung kann zu einer Erhöhung der Feuerrate führen, dies ist allerdings mit viel Vorsicht zu geniessen da es genauso gut passieren kann, beim Abdrücken den allseits beliebten magischen blauen Rauch aufsteigen zu lassen, der eine zerstörte ASG anzeigt.

Heisse Action

Hier handelt es sich zwar nicht um eine ASG, sondern um eine Drohne, diese enthält aber die selben Akkus, welche auch im Airsoft verwendet werden. Die Drohne ist abgestürzt.

Bei dem Aufprall wurde die Haut einer Zelle des Akkus beschädigt, was zu einer Selbstentzündung führte.

(Kamera Akku der vom Flugakku entzündet wurde)

Zwischen dem Ausfall des Motors bis zur Aufnahme des Bildes, liegen weniger als 2 Minuten. Die Drohne wurde in unter 5 Minuten komplett zerstört. Dies liess nicht mal ausreichend Zeit, um aus dem neben der Absturzstelle liegenden Gebäude den richtigen Feuerlöscher zu organisieren.

(Drohne und Kamera Akku am Ausbrennen, Wolke aus Giftigen Dämpfen tritt aus)

An der Absturzstelle war die Oberfläche des Asphalts in einem Durchmesser von ca. 1,20m verätzt und vom Brand angegriffen.

Die Erfahrung machts

Zusammenfassend sind folgende (langjährig erprobte) Erfahrungswerte Gold wert:

  • ASG’s bis etwa 380FPS laufen problemlos mit einem 7,4V Lithium Akku
  • Akkus mit mehr als 11.1V sind im Airsoftbereich weder nötig noch verfügbar
  • Lithium Akkus blähen sich während dem Aufladen auf und bleiben auch etwas «geschwollen», dies ist aber völlig normal
  • Fängt ein Akku an zu rauchen, dampfen, schmelzen oder brennen, auf gar keinen Fall den Akku anfassen oder versuchen zu löschen, sondern die ASG oder das Ladegerät inkl. Akku in einen sicheren Aussenbereich bringen und warte bis nichts mehr Raucht. Die tendenziell ausgelaufene Flüssigkeit nicht mit blossen Händen berühren.

Wie weiter?

Akkus und Strom sind im Airsoftbereich unverzichtbar, dass diese zwei Themen oft völlig undurchschaubar präsentiert werden und oft die möglichen Gefahren unverständlich aufgezeigt oder schlimmer, totgeschwiegen werden, ist nicht gerade hilfreich. Hoffentlich konnte dieser Artikel etwas Licht in diesen seltsamen Bereich um Ampere, Volt und Anschlüsse bringen. Der nächste Artikel dürfte der letzte in dieser Reihe sein und unter anderem Ladegeräte behandeln.

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Akkus im Airsoftbereich II – komplizierter, länger, stärker Teil eins der Reihe dürfte zwischenzeitlich schon so manch Frage aufgeworfen haben wie z.B. «wie kommt der Saft aus dem Akku? » oder «wieso gibt es nicht nur einen Akku für alles» und auf die (nicht so) kleinen Unfälle die mit Akkus passieren können, werden wir hier auflösen oder zumindest versuchen. Glücklicherweise finden im Airsoft Bereich lediglich zwei Stecker/Buchsen Kombinationen zur Spannungsversorgung Verwendung. Eine Bauartbedingte Ausnahme stellen Lithium Akkus dar aber zu dieser speziellen Ausnahme findet ihr weiter unten mehr.  ...
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