Camouflage – die Kunst der Tarnung Teil 2

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Im ersten Teil habe ich die historische Hintergründe der Entwicklung von Tarnkleider erläutert. Nun sind wir in der Gegenwart angekommen und schauen uns das Prinzip der Tarnkleider bzw. des Tarnen in Bezug auf verschiedene bekannte Tarnmuster an.

Prinzip des Tarnens

Beim Menschen entsteht pro Auge auf der Netzhaut immer ein zweidimensionales Bild, welches letztendlich vom Gehirn durch die Information der beiden Augen zu einem dreidimensionalen Bild verrechnet wird. Anschliessend findet eine Bewertung statt. Dieser Vorgang läuft in einem Bruchteil von Sekunden ab und kann daher sehr Störungsanfällig sein, weil unser Gehirn das Gesehene mit bekannten Figuren vergleicht. 

Das Ziel der Tarnung besteht also darin, alle Signatur-Merkmale möglichst unauffällig zu gestalten, dass das zu tarnende Objekt mit dem Hintergrund verschmilzt. Bei der menschlichen Figur wären das Kopf, Rumpf und die vier Extremitäten. 

Soldat verschmilzt mit dem Hintergrund

Ein wesentliches Problem bei Tarnanzügen ist, dass es bei der menschlichen Figur immer hellere und dunklere Bereiche gibt. Die Schulterpartie ist durch einfallendes Licht aufgehellt, während der Bereich unter den Armen durch den Schatten abgedunkelt ist.

Ein weiteres Problem sind örtliche Gegebenheiten und Jahreszeiten. Während das eine Tarnmuster an einem Ort (z.B. im Wald) wunderbar verschwindet, wirkt es an einem völlig anderen Ort (z.B. Steinbruch) als eine Art Leuchtweste. Dazu kommt, dass der Tarneffekt drastisch minimiert wird, bei Bewegung.

 

Schlussendlich kann man sagen, dass es auf Grund von Helligkeit, Farbe, Sättigung, Muster, Struktur und Glanz kein optimales Tarnmuster gibt, auch wenn dies immer wieder behauptet wird.

Tarnen im Airsoft

Airsoft ist hauptsächlich ein Sport mit viel Bewegung und daher ist der Aspekt des Tarnens eher untergeordnet. Trotzdem sollte man sich beim Kauf vorstellen, falle ich mit dieser Farbkombination besonders auf. Aber generell empfehle ich das zu kaufen, was einem gefällt.

Es gibt natürlich Spiele (Milsim) oder  Spielverhalten (Schleichen), bei der die Tarnung eher eine Rolle spielt. Hierfür könnte man einen Ghillie Suit in Erwägung ziehen, da dieser vor allem auf Gelände mit viel Gestrüpp mit der Natur sehr gut verschmelzen kann.

Jedoch muss man sich bewusst sein, dass man durch den Ghillie Suit die Treffer schlechter spürt und somit den Spielspass der anderen Mitspieler bremsen kann. Wer also ein Ghillie Suit anzieht, muss sich um so mehr darauf achten, seine Hits anzugeben.

Sniper mit Ghillie Suit

Verschieden Camouflage und dessen Anwendungsbereich

A-Tacs Camo®  

Der Hersteller gibt an, dass beim konventionellen Pixelmuster wegen den harten Kanten kein optimales Einfügen in das Hintergrundrauschen gibt. Bei Flecktarnmuster bemängelt der Hersteller eine begrenzte Farbpalette. 

Die verschiedenen Camouflagen der Firma A-Tacs Camo verwendet daher „organisch geformte“ Pixel unter Verwendung von spezifischen Farbinformationen der Naturgegebenheiten. 

A-TACS Woodland

Multicam

Eines der verbreitetsten Camouflage ist MultiCam. Es besteht aus sieben Farben: Creme (Farbnuance von Beige), Dunkelbraun, Tan, Braun, Dunkelgrün, Olive und blasses Grün. Es wurde von der Firma Crye Precision entworfen und 2010 von den US-Streitkräften in Afghanistan und im Irak verwendet.

Das klassische MultiCam eignet sich hervorragend in gemässigten Klimazonen (vor der subtropischen Klimazone, mit eindeutigen Jahreszeitenwechsel) und im Wald. Man kann es aber auch in sandigen Umgebungen oder im Dschungel verwenden. 

MultiCam – Woodland

 

Kryptek

Das Designe des Tarnmuster des Herstellers Kryptek enthält Mikro- und Makroschichten, die von Artillerie-Tarnnetze inspiriert sind. Es entsteht ein 3D-Erscheinungsbild auf eine 2D-Oberfläche, dieser Effekt soll den Umriss des menschlichen Körpers verwischen. 

Das Tarnmuster wurde von dem US-Verteidigungsministerium mit der Laser-retinal-tracking Technik, das Blickverhalten wird anhand von einem Infrarotlaser aufgezeichnet, getestet und schnitt laut dem Hersteller am effektivsten ab.

Kryptek – Altitude

NWU / ACU (Navy Working Uniform/ Anchor, USS CONSTITUTION, Eagle)

Das Tarnmuster der United States Navy ist wie das Woodland Marpat ein digitales Pixelmuster. Es gibt verschiedene Typen des Tarnmusters, Type I wird vor allem an Bord von den Seeleuten getragen, es besteht aus überwiegend Blautönen mit ein wenig grau. Type II ist das Wüstentarnmuster und Type III das Waldtarnmuster, diese Muster werden je nach Operationsort getragen.

AOR-1 (NWU Type II)

Fazit

Die Tarnung kann im Airsoft in gewissen Situationen Ausschlaggebend sein, aber das Spielverhalten und schlussendlich ein bisschen Glück sind in der Regel Spielentscheidend. Wichtig ist es, dass man sich mit seiner Uniform wohl fühlt.

Quellen

  • Europäisches Patentamt, EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT – TARNSCHEMA FÜR TARNMUSTER AN OBJEKTEN. 2010
  • A-TACS CAMO, OUR PATTERNS. https://www.a-tacs.com/our-patterns/
  • Multicam, BRAND GUIDELINES. https://multicampattern.com/wp-content/uploads/MultiCam-Brand-Guide.pdf
  • MyNavy HR, Navy Working Uniform Type III (NWU III). https://www.mynavyhr.navy.mil/References/US-Navy-Uniforms/Uniform-Regulations/Chapter-3/Male-Enlisted/Working/NWU-III/

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