Infos Für Eltern

Einleitung
Wir kennen es selbst von den Messen, auf denen wir unseren Infostand aufbauen – Kinder sehen unseren Stand und bekommen leuchtende Augen durch die Replikas und Gear, die dort ausgestellt sind. Das begleitende Elternteil hat in dieser Situation nach unserem Empfinden zu Beginn deutlich weniger Begeisterung in der Erwartung, dem Kind erklären zu müssen, warum es sich jetzt nicht so etwas kaufen darf. Dazu kommt es meist jedoch gar nicht, weil wir als Verband bereits erklären, dass diese Replikas nur ab 18 Jahren zu erwerben sind.
Dieser Blogbeitrag zielt darauf ab, die wichtigsten Aspekte für Eltern rund um Airsoft zu erklären und einen ersten Überblick zu bieten, was beachtet werden muss. Er verfolgt explizit nicht das Ziel, dass das Kind am Ende Airsoft spielen darf.
Airsoft – was ist das überhaupt? Mehr als nur „Krieg spielen“

Airsoft kann als „taktisches Geländespiel“ beschrieben werden. In einem normalen Spiel spielen zwei Gruppen gegeneinander, um verschiedene Missionsziele, je nach Spielmodus, zu erreichen. Die Replikas (=“Airsoft-Waffen“) werden dabei verwendet, um die Spieler des gegnerischen Teams zu treffen und aus dem Spiel zu nehmen. Nach einem Treffer geht man zurück zum Startpunkt des eigenen Teams und kann nach kurzer Zeit wieder starten.
Das Aussehen der Replikas ist oft echten Waffen nachempfunden. Für die Kleidung werden häufig Tarnmuster verwendet und Westen und Helme orientieren sich ebenfalls an realer militärischer Ausrüstung. Wird beim Airsoft damit Krieg gespielt oder dafür trainiert? Wir sagen ganz klar nein. Die Art des Spiels ist von realem Krieg weit entfernt und die Spielmodi sind auf Spass und Herausforderungen ausgelegt. Hierbei ist es das Ziel, ein ausgewogenes und spannendes Spiel zu schaffen, der Vergleich mit Ego Shootern am Computer ist da naheliegender. Die Ausrüstung ist unter anderem auch deswegen Nahe von militärischem Equipment, weil es funktioniert. Die Notwendigkeit, sich zu tarnen, den Kopf zu schützen, über Funk zu kommunizieren oder diverse Sachen am Körper zugriffsbereit mitzuführen, ist bei Militär wie Airsoft gegeben.
Die Nähe und Faszination zu Waffen und Militär ist auf der anderen Seite nicht wegzudiskutieren und ein aufgeklärter und verantwortungsvoller Umgang damit wird immer auch ein Bestandteil des Hobbys sein. Von der Einordnung her kann man es damit in eine ähnliche Richtung wie Gaming stecken.
Weiterführend gibt es eine kleine Doku, wo sich der Reporter mit genau diesen Fragen beschäftigt und im Fazit kommen ein paar recht passende Sätze: „Alles, was Krieg grausam macht, das passiert hier halt nicht […] die Menschen schiessen sich hier zwar gegenseitig ab, aber dabei wird niemand ernsthaft verletzt und das möchte auch niemand.
Rechtslage
Und schon geht es los mit der ersten Einschränkung – unsere Replikas (=“Airsoft-Waffen“) fallen unter das Waffengesetz und sind nur ab 18 Jahren zu erwerben. Die einzige Ausnahme ist das Ausleihen von Replikas, dies ist bereits früher möglich, z.B. von einem Elternteil oder einem Organisator.
Neben den Replikas selbst ist der wichtigste Aspekt die Aufsichtspflicht, welche bei Teilnahme an einem Event auf die Organisatoren übergeht. Durch dieses Risiko der Organisatoren lassen viele Events nur Teilnehmer ab 18 zu, ob Kinder, z.B. ab 16 Jahren, teilnehmen können, muss im Vorfeld abgeklärt werden.
Eine Option kann auch sein, als Elternteil gemeinsam mit dem Kind ein Event zu besuchen.
In unseren Blogs haben wir ausführlichere Informationen zu Rechtsthemen und Airsoft für Minderjährige.
Sicherheit
Die nächste absolut berechtigte Frage ist nach der Sicherheit. Aufeinander Schiessen ohne Verletzungen, kann das funktionieren?
Die Energie von unseren Replikas wird von den Veranstaltern aus Sicherheitsgründen reglementiert und als Verband geben wir ein Standard-Regelwerk heraus. Die Energielimite richten sich oft nach der Grösse des Spielfelds und zusätzlich gibt es Regeln für den Mindestabstand. Je grösser der Abstand, desto mehr Energie wird auf dem weg verloren und desto schwächer kommt der Treffer an.
Unter diesen Bedingungen kann es durch Treffer auf der Haut zu blauen Flecken kommen. Die Augen müssen zwingend geschützt werden, entweder mit normaler oder einer Gitterbrille, da hier die Verletzungsgefahr am höchsten ist. Ein Schutz für Gesicht und Mund ist ebenfalls zu empfehlen.
Neben blauen Flecken durch Treffer sind die Verletzungen durch Replikas eher selten. Die meisten Verletzungen auf Events kommen durch Bewegung durch das Gelände – umgeknickt Knöchel, Stürze und Knieverletzungen. Wenn die grundlegende Sicherheitsausrüstung getragen wird, ist es nicht ohne Risiken, aber kein gefährliches Hobby.
Was sind Vorraussetzungen und Nutzen von Airsoft als Hobby?

Im Gegensatz zum Paintball gibt es bei uns keine Markierung, man muss die Treffer selbst angeben, und es steht nicht die ganze Zeit ein Schiedsrichter neben einem. Das Spiel setzt somit stark auf Eigenverantwortung, eine gewisse geistige Reife ist daher die absolute Voraussetzung neben dem Einhalten der Regeln.
Das Hobby birgt gewisse Kosten – man benötigt eine Replika oder muss sich eine leihen. Von der Ausrüstung her kann man es einfach halten, aber Schutzausrüstung, festes Schuhwerk und lange Kleidung in gedeckten Farben sind absolut ausreichend, um teilzunehmen und Spass zu haben. Für eine vernünftige Replika mit Ersatzmagazinen, Akkus, Ladegerät kann man 500-600 CHF rechnen. Wenn z.B. Wanderkleidung vorhanden ist, benötigt man nur noch die Schutzausrüstung mit ca. 100 CHF. Die meisten Felder liegen etwas abgelegen und ein Spiel dauert den ganzen Tag. Ohne Zugriff auf ein Auto sind die Möglichkeiten für Spiele stark eingeschränkt.
Daneben bietet Airsoft auch einiges! Airsoft wird nicht alleine gespielt, der soziale Aspekt ist wichtig und man lernt schnell neue Leute aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft kennen. Im Spiel ist Kommunikation und Zusammenarbeit wichtig für das Erreichen von Zielen. Zudem ist auch Bewegung wichtig und kann Anreiz für den Aufbau von Fitness sein, oftmals auch draussen. Die Replikas und Ausrüstung sind ein weiterer Aspekt mit vielen technischen Details, sei es Mechanik oder Elektronik, bei denen man sich auch allgemeines Wissen aneignen muss.
Wie kann man mit Airsoft anfangen oder es mal ausprobieren?
Wenn nach allen Lektüren und Informationen der Schluss ist, dass das Kind mal in das Hobby reinschnuppern kann, ist die nächste Frage, wie macht man das am Besten? Wir empfehlen, erstmal ein Event mit Leihausrüstung zu besuchen und als Elternteil dort auch mitzugehen oder vielleicht sogar für einen besseren Eindruck mitzumachen. Am besten vor Anmeldung einmal nachfragen, ob es zusammen mit der Leihausrüstung auch eine kleine Einführung über Sicherheit, Regeln und den Umgang mit der Ausrüstung gibt. Das Kaufen von Ausrüstung reizt am Anfang natürlich, aber erst mit einem Spiel kommt die Erfahrung, was man wirklich benötigt.
Von Verbandsseite aus organisieren wir mit dem AS-Starter Veranstaltungen, die sich gezielt an Einsteiger richten und bei denen auch viele Hilfen gegeben werden. Daneben haben wir auch einen Blog-Beitrag, der alle wichtigen Informationen für Einsteiger zusammenfasst.
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